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Manhattan Medea
von Dea Lohe

Es war Krieg. Jason musste fliehen. Medea ging mit. Weil sie Jason liebt. Auf der Flucht töteten sie ihren Bruder. Um das gemeinsame Kind zu retten. Beide treibt es in die große Stadt. Ein Dasein im Untergrund. Das Leben kam aus der Mülltüte. Ätzend wie Säure. Trash. Jason verliebt sich in Claire, die Tochter des Sweatshop-Bosses. Eine junge Frau, ein reicher Geschäftsmann. Jason nimmt das gemeinsame Kind mit in das neue Haus. Medea will Jason und ihr Kind zurück. Beides wird ihr verwehrt. Hochzeitsnacht. Medea findet zwei verführerische Gehilfen. Velazquez, "doorman" des Hauses und heimlicher Künstler, verhilft unfreiwillig dazu, das Kind zu töten. Deaf Deasy, tauber Transvestit und singende Totentänzerin, verhilft ihr bewusst dazu, Claire zu töten. Der Tod kommt aus der Mülltüte. Ätzend wie Säure. Trash. Medea: "Von jetzt an werde ich eine lebend Tote sein."

431 v. Ch. wurde der von Euripides verarbeitete Mythos der Medea erstmals aufgeführt. Seit dem haben sich durch alle Jahrhunderte hindurch viele Autoren mit diesem antiken Stoff auseinandergesetzt und ihn neu bearbeitet. Die deutsche Autorin Dea Loher hat Euripides? Medea nach Manhattan verlegt. Manhattan ist Metapher für die moderne Metropole, in der die Flüchtlingsschicksale von Medea und Jason für das millionenfache Leid der von Krieg und Vertreibung Betroffenen stehen.

Die international besetzte Inszenierung lebt von der poetischen Durchdringung von Schauspiel, Musik, Bewegung und Gesang. Es ist nach "W pospiechu do nieba" (2011), "Kraj bez slow" (2011), "Prawiek i inne czasy" (2012) die vierte Inszenierung der in Berlin lebenden deutsch-polnischen Regisseurin Elzbieta Bednarska in Breslau.

© Fotos: Bogdan Patyniak, Julian Olearczyk



Regie, Bühne, Kostüme
Elzbieta Bednarska

Schauspiel
Anna von Schrottenberg
Krzysztof Brzazgoń
Alessandra Donati

Gesang
Agnieszka Damrych

Musik
Lukasz Damrych

Choreografie
Alessandra Donati

Choreografie
Rosabel Huguet

Gast
Agata Kocimska-Zych
Staszek Linowski

Licht
Dariusz Bartold

Premiere
14.09.2012
Browar Mieszczanski
Wrocław

Weitere Vorstellungen
15.09. und 16.09.2012
Browar Mieszczanski
Wrocław

Das Projekt ist eine Kooperation von Towarzystwo im. Edyty Stein, Fundacja Spotkania, Browar Mieszczanski, finanziert aus den Mitteln des Goethe Instituts Krakau. >>

Fotos

Kritiken
Dziennik Teatralny
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